Steuern in der Rente

Freibeträge, Berechnung, Steuererklärung

Insofern der steuerpflichtige Anteil der Rente über dem Grundfreibetrag liegt, sind Steuern auch durch Rentnerinnen und Rentner zu zahlen. Dabei gibt es einen Rentenfreibetrag sowie ggf. einen Altersentastungsbetrag, welcher in bestimmten Konstellationen geltend gemacht werden kann.

In Deutschland gibt es ca. 22 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Die Zahl der Rentenempfänger steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2020 wurden Leistungen in Höhe von ca. 340 Milliarden Euro aus gesetzlichen, privaten bzw. betrieblichen Renten ausgezahlt. Die Summe der Renten aus den verschiedenen Bereichen ist im Vergleich zu 2020 um knapp 14 Milliarden Euro gestiegen. In dem folgenden Beitrag informieren wir Sie über die wesentlichen Fragen in Bezug auf die Besteuerung der Rente.

Das wichtigste in Kürze

Mit dem Jahr 2005 wurde die Besteuerung der Rente so angepasst, das immer nur ein fixer Anteil versteuert werden muss. Dieser Anteil ist abhängig des Renteneintritts. 2005 lag der steuerfreie Anteil bei 50 Prozent. Bis zum Jahr 2040 steigt dieser auf 100 Prozent.

Der Altersentlastungsbetrag wurde ins Leben gerufen um die Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenbezügen sicherstellen.

Insofern der steuerpflichtige Teil der Jahresrente in brutto den Grundfreibetrag übersteigt, sind Sie als Rentnerin bzw. Rentner verpflichtet eine Steuererklärung bei dem zuständigen Finanzamt abzugeben.

Anpassung der Besteuerung ab 2005

Im Jahr 2005 kam es zu einer Anpassung der Besteuerung der gesetzlichen Rente durch das Alterseinkünftegesetz. Mit dieser Neuregelung ist ein fixierter Teil der Rente zu versteuern, der übrige Teil ist der Rentenfreibetrag. Für Rentnerinnen und Rentner, welche bis zu dem Jahr 2005 in Rente gegangen sind, lag der steuerfreie Anteil bei 50 Prozent. Mit jedem Jahr stieg der Anteil um zwei Prozent bis zu dem Jahr 2021. Anschließend steigt der Anteil bis zu dem Jahr 2040 um einen Prozentpunkt, sodass Personen welche ab dem Jahr 2040 in Rente gehen, die gesamte Rente besteuern müssen.

Renteneintritt Prozentuale Besteuerung der Rente Rentenfreibetrag
2005 50% 50%
2006 52% 48%
2021 82 % 18 %
2022 83 % 17 %
2040 100 % 0 %

Bedeutung der nachgelagerten Besteuerung

Mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes im Jahr 2005 sind sämtliche Renten mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Die gilt auch für Renten aufgrund einer verminderten Erwerbsfähigkeit, Hinterbliebenenrenten, Riester-Renten, Rürup-Renten und die betriebliche Altersvorsorge. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Berufsleben eingezahlte Beiträge in die private Altersvorsorge als Vorsorgeaufwand von der Steuer abgesetzt werden können. Die richtige Altersvorsorge für Sie finden.

Ist diese doppelte Besteuerung zulässig?

Die Besteuerung von Renten ist mehrfach in juristischen Urteilen bewertet worden. Dabei hat der Bundesfinanzhof (BFH)bestätigt, dass die Besteuerung gesetzeskonform ist. Die Richter stellen dabei fest, dass mit der Besteuerung der Rente keine Doppelbesteuerung vorliegt, welche verfassungswidrig ist. Im Jahr 2021 wurden durch den BFH Nachbesserungen gefordert, um eine Doppelbesteuerung für künftige Rentenjahrgänge zu vermeiden. Dahingehend ist nunmehr der Gesetzgeber gefordert, um die Besteuerung entsprechend anzupassen. Ggf. kommt es im Rahmen der geplanten Anpassung der Einkommenssteuer zu einer Veränderung der Rentenbesteuerung.

Wie erfolgt die Rentenbesteuerung bei einem Wohnsitz im Ausland?

Insofern kein Wohnsitz in Deutschland existent ist, liegt eine beschränkte Steuerpflicht vor. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Rentenzeit länger als sechs Monate im Jahr im Ausland verbracht wird. Tritt diese Konstellation ein, existiert kein Grundfreibetrag und das Einkommen wird in voller Höhe besteuert. Liegt die Dauer der Aufenthaltsdauer im Ausland unter sechs Monaten im Jahr, ändert sich nichts im Vergleich zu der Besteuerung in Deutschland.

Wie werden Steuern in der Rente berechnet?

Die von der deutschen Rentenversicherung gezahlten Renten gelten als Altersbezüge und sind in der Regel steuerpflichtig. Ob bzw. wie viel Prozent Ihres Renteneinkommens Sie zu versteuern haben, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zunächst muss die Höhe des steuerpflichtigen Anteils der Rente, auch Besteuerungsanteil genannt, ermittelt werden. Wie schon im obrigen Teil beschrieben, richtet sich dieser nach dem Renteneintrittsjahr. Von dem zu besteuernden Teil wird der Grundfreibetrag (im Jahr 2021 bei 9.744 Euro) abgezogen, wie auch die in die Altersvorsorge (Jetzt die richtige Vorsorge finden!) eingezahlten Beiträge stetig von der Einkommens­teuer freigestellt. Unten finden Sie Beispiele zur Berechnung:

Renteneintritt 2030 Renteneintritt 2050
Rentenhöhe p.a. 25.000 € 25.000 €
Besteuerungsanteil 22.500 € (90 %) 25.000 € (100 %)
Grundfreibetrag 2021 – 9.744 € – 9.744 €
Zu besteuerndes Einkommen = 12.756 € = 15.256 €
Einkommenssteuer 3.061 € 3.661 €

Was ist der Altersentlastungsbetrag und wie wird dieser berechnet?

Die nachrangige Besteuerung der späteren Renten war sozial ungerecht. Der Gesetzgeber gewährte den Empfängern von Renten, Leibrenten und anderen Leistungen Steuervergünstigungen. So wurde bei Leibrenten nur der Ertragsanteil besteuert und Beamte erhielten eine Versorgungsausgleichsleistung. Für Arbeitnehmer, die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlten, gab es keine solchen Steuervorteile. Der Altersentlastungsbetrag soll diesen Nachteil ausgleichen.

Im Rahmen von dem Altersentlastungsbetrag sollen zusätzliche Einkünfte, bspw. durch Zinsen aus Kapitalerträgen, Erlösen aus Vermietungen, Arbeitslohn oder einer Riester-Rente, entsprechend berücksichtigt werden. Jede Steuerzahlerin bzw. jeder Steuerzahler, welcher das 64. Lebensjahr vollendet hat einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Dieser lag im Jahr 2020 bei 16 Prozent der Einkünfte und sinkt kontinuierlich seit 2005. Ab 2040 wird es keinen Vorteil in der Besteuerung mehr geben, somit sind alle künftigen Rentnerinnen und Rentner, welche nach dem 02.01.1975 geboren wurden, ohne Möglichkeit den Betrag in Anspruch zu nehmen. Der Altersentlastungsbetrag wird automatisch berücksichtigt, insofern eine Steuererklärung abgegeben wird.

Geburtsjahr Altersentlastungsbetrag in Prozent Altersentlastungsbetrag als Höchstbetrag
1940 40 % 1.900 €
1945 32 % 1.520 €
1950 24 % 1.140 €
1955 16 % 760 €
1960 12 % 570 €
1965 8 % 380 €
1970 4 % 190 €
1975 0 % 0 €

Der Altersentlastungsbetrag reduziert neben dem Grundfreibetrag bei jedem Anspruchs­berechtigten die Bemessungs­grundlage für die Einkommensteuer. Zum Vergleich zeigen wir zwei Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von 25.000 Euro:

Arbeitnehmer, 1960 geboren Arbeitnehmer, 1970 geboren
Rentenhöhe p.a. 25.000 € 25.000 €
Besteuerungsanteil 21.750 € (87 %) 24.250 € (97 %)
Grundfreibetrag 2021 – 9.744 € – 9.744 €
Altersentlastungsbetrag – 570 € – 190 €
Zu besteuerndes Einkommen = 11.436 € = 14.316 €
Einkommenssteuer 2.744 € 3.435 €

In welcher Konstellation ist eine Steuererklärung bei dem Finanzamt abzugeben?

Insofern der steuerpflichtige Teil der Jahresrente in brutto den Grundfreibetrag übersteigt, sind Sie als Rentnerin bzw. Rentner verpflichtet eine Steuererklärung bei dem zuständigen Finanzamt abzugeben. Der Grundfreibetrag ändert sich von Jahr zu Jahr und lag 2021 bei 9.744 Euro per Anno. Bei verheirateten Rentnern verdoppelt sich der Wert.

Grundsätzlich kann jeder Rentenbezieher von dem Finanzamt dazu aufgefordert werden, eine Steuererklärung abzugeben. In diesem Fall wird eine schriftliche Aufforderung durch das Finanzamt an die Rentnerin bzw. den Rentner geschickt. Erfolgt keine Einreichung einer Steuererklärung wir die steuerliche Situation geschätzt, wodurch auch eine Steuernachzahlung das Resultat entstehen kann.

Welche Einflussfaktoren können die Steuerlast mindern?

Analog zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern haben auch Rentnerinnen und Rentner die Möglichkeit die Steuerlast zu reduzieren. Von der Steuer abgesetzt werden können bspw. Sonderausgaben wie Beiträge zu Krankenkassenversicherungen, zu Haftpflichtversicherungen sowie Spenden. Auch besondere Belastungen wie Rechnungen für Medikamente oder Kosten für Krankenhausaufenthalte sowie Werbungskosten, zum Beispiel für einen Rentenberater, können die Steuerlast mindern. Der Behindertenpauschbetrag berücksichtigt Kosten die üblicherweise aufgrund der betreffenden Behinderung anfallen. Dazu zählen bspw. Kosten für einen erhöhten Wäschebedarf.

Ist die Zahlung der Kirchensteuer nach dem Renteneintritt notwendig?

Analog zu den anderen Steuerzahlern sind auch die Rentnerinnen und Rentner, welche gleichzeitig Kirchenmitglieder sind, zur Zahlung von acht bis neun Prozent Kirchensteuer verpflichtet. Wenn keine Einkommenssteuer zu zahlen ist, entfällt auch die Notwendigkeit zur Zahlung der Kirchensteuer.

Fazit

Zusammenfassend ist die Besteuerung der Renten nach dem Alterseinkünftegesetz geregelt. Die Höhe der Steuerlast hängt insbesondere von dem Zeitpunkt des Renteneintritts ab und kann durch verschiedene Faktoren gemindert werden. Bis zu dem Renteneintrittsjahr 2040 sinkt der Freibetrag jährlich um einen Prozentpunkt, sodass ab 2040 kein Freibetrag mehr existent ist und die Besteuerung auf 100 Prozent der Rente greift.